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Zen-Wiki
![]() | Bodhidharma |
Bodhidharma war ein indischer Mönch und gilt als der erste Patriarch der Chan- und Zen-Linien. Seine Historizität ist zwar teilweise gesichert, jedoch liegen die historischen Einzelheiten seiner Legende im Dunklen, da diese erst einige Jahrhunderte nach ihm entstand und immer weiter ausgeschmückt wurde.
Geboren war der 3. Sohn von König Sughanda in Kanchipuram, Mitglied der Kshatriya-Kaste und ausgebildet in der Kampfkunst Kuttu Varisai (10. Jh. v. Chr. aus einer Brahmanenkaste, aus dem Süden Indiens stammende Kampfform) sowie allen höfischen Sitten. [Mehr]
![]() | Dharma |
Im Buddhismus beinhaltet Dharma als das vom Buddha erkannte und verkündete Daseinsgesetz die Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten und bildet in der Zufluchtsformel „Ich nehme Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha“ eines der Drei Juwelen. Darüber hinaus ist das Wort unter Buddhisten in seiner Pluralform "Dharmas" als Sammelbezeichnung für die Gesamtheit aller Phänomene gebräuchlich. [Mehr]
![]() | Dojo |
Im Zen-Buddhismus wird in einem Do-jo- Zazen (Meditation) geübt. [Mehr]
![]() | Koan |
Ein Ko-an ist im chinesischen Chan- bzw. japanischen Zen-Buddhismus eine kurze Anekdote oder Sentenz, die eine beispielhafte Handlung oder Aussage eines Zen-Meisters, ganz selten auch eines Zen-Schülers, darstellt.
Verlauf und Pointen dieser speziellen Anekdoten wirken auf den Laien meist vollkommen paradox, unverständlich oder sinnlos. In der Folge kommt es manchmal zur fehlerhaften Übertragung des Begriffs Ko-an auf andere unsinnige Kurzgeschichten.
Die Vorläufer der Ko-ans waren berühmte Fragen und Antworten zwischen Meister und Schüler während der frühen Tang- und Song-Zeit, Fragmente einiger buddhistischer Sutras, bedeutungsvolle Reden von Chan-Meistern und Anekdoten über diese Meister. Trotz ihrer vordergründigen Unvernünftigkeit und Sinnlosigkeit verfügen sie über einen historischen Kern, der auch intellektuell nachvollziehbar ist und Aspekte der Chan-Philosophie ausdrückt. Im Chan und Zen werden Ko-ans als Meditationsobjekte benutzt.
Das bekannteste Ko-an, das inzwischen auch im Westen Allgemeingut geworden ist, ist die Frage nach dem Geräusch einer einzelnen klatschenden Hand (Hakuins Sekishu, von Meister Hakuin Ekaku).
Interpretation
Ko-ans lassen sich häufig durchaus mit rationalen Methoden interpretieren. Bei einigen Ko-ans wird erwartet, dass der Zen-Schüler durch Überlegung die richtige Lösung findet. Für die meisten Ko-ans werden alle verstandesmäßigen Lösungen des Ko-ans als falsch angesehen. Der eigentliche Sinn dieser Ko-ans, ihre wesentliche Funktion, erschließt sich nur intuitiv, ohne Worte. Zur Bedeutung von Ko-ans gibt es, innerhalb des Rinzai-Zen (aus dem auch die japanische Teezeremonie hervorgegangen ist), zwei grundlegend divergierende Ansichten: Während etwa Daisetz Teitaro Suzuki den Widerspruch zu jeder Vernunft propagiert, behauptet Ruth Fuller-Sasaki deren „Sinnfülle“.
Das Ziel der Ko-an-Praxis ist die Erkenntnis der Nichtzweiheit. Die Illusion, dass die Dinge sich unterscheiden und dass das Ich eine eigene, vom Rest abgegrenzte Existenz hätte, soll sich in der Übung mit dem Ko-an auflösen.
Der Zen-Schüler bekommt ein bestimmtes zu seiner Reife passendes Ko-an aufgetragen. (z. B. das Ko-an Mu: Ein Mönch fragte Joshu (chin. Zhaozhou): „Hat ein Hund die Buddha-Natur oder nicht?“ Joshu antwortete: „Mu!“). Dieses Ko-an soll der so Befragte dem Meister im persönlichen Gespräch (Dokusan) darlegen, um zu zeigen, dass er den wahren Gehalt des Ko-ans während der Meditation erfasst hat. Novizen und Mönche müssen eine Reihe von Ko-ans meistern. Um festzustellen, ob dies tatsächlich gelungen ist, wird dem Studierenden aufgegeben, ein für das entsprechenden Ko-an passendes Schlüsselwort (jakugo), zu finden. Je nach Tempelzugehörigkeit ist die Reihenfolge der zu meisternden Ko-ans samt zugehöriger jakugo festgelegt. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich dieser „Lehrplan“ verfestigt. Als eine innere Erfahrung ist diese Realisierung nicht zu verwechseln mit einer verstandesmäßigen Erfassung des Problems. Es handelt sich nicht um eine Auslegung des Ko-ans oder eine Erläuterung. Diese passiert gelegentlich im Teisho-. Die individuelle Einsicht des Schülers würde auf den Laien oft noch sinnloser wirken als das Ko-an selbst. Anhand der Reaktion des Schülers auf das Ko-an kann der erfahrene Meister erkennen, ob der Schüler auf dem Weg des Zen Fortschritte macht, oder ob er in Illusion und Irrtum verharrt. Die schriftlichen oder mündlichen Kommentare des Zen-Meisters zu einem Ko-an werden als Agyo- (gewährte Worte) bezeichnet.
Diese Methode des Übens und der Prüfung wird vor allem in der Rinzai-Richtung des Zen verwendet.
Es gibt 5 „Klassen“ von Ko-ans, die unterschiedliche Funktionen erfüllen.
1. Hosshin-Ko-ans (hosshin: jap. für Dharmakaya, Trikaya), sind Ko-ans, die dem Schüler zu einem Durchbruch zur erwachten Sicht verhelfen und ihm helfen, in der Welt des Wahren-Wesens, der Buddha-Natur (Bussho), heimisch zu werden. In den Hosshin-Ko-ans geht es um die Welt des „Nicht-Unterschiedenheit“ (nicht anhaften, nicht werten), doch darf der Schüler auf dieser Erfahrungsebene nicht stehen bleiben.
2. Die Kikan-Ko-ans (kikan: jap. „Hilfsmittel, Werkzeug“) sollen das Vermögen des Schülers zur Unterscheidung in der Nicht-Unterschiedenheit schulen. Hier wird die Lehre des Nicht-Anhaftens und Nicht-Wertens intensiviert.
3. Bei den Gonsen-Ko-ans (gonsen: jap. „Klärung der Worte“) geht es um den jenseits von lexikalischer Definition und begrifflicher „Repräsentation“ liegenden tiefsten Sinn und Gehalt der Aussprüche und Formulierungen der alten Meister. Es geht über die Begrifflichkeit Etymologie hinaus.
4. Die Nanto-Ko-ans (nanto: jap. „schwer zu bestehen“) schließlich sind solche Ko-ans, die besonders schwer zu lösen sind.
5. Hat der Schüler die verschiedenen Ko-an der Klassen 1–4 bewältigt, dann wird mit den Go-i, den Fünf Graden (der Erleuchtung) sein Wahres-Begreifen noch einmal gründlich durchleuchtet und auf die Probe gestellt.
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![]() | Rinzai-shu |
Die Rinzai-shu- (jap. ???) ist eine von Myo-an Eisai, 1191 in Japan eingeführte Lehrtradition des Zen-Buddhismus und geht auf eine der großen Schulen des chinesischen Chan, die Linji zong (chin. ???, Línjì zo-ng, W.-G. Lin-chi tsung) und deren Gründer Linji Yixuan (9. Jh.) zurück.
Die Rinzai-shu- ist nach der So-to--shu- heute die zweitgrößte der drei Zen-Schulen in Japan, die alle in der Traditionslinie der Huanglong bzw. O-ryo-Schule stehen. Hauptzentren waren und sind Kyo-to und Kamakura. Die japanische Kultur wurde durch die Zen-Ästhetik nachhaltig geprägt, da die im japanischen Mittelalter (Kamakura-Zeit, Muromachi-Zeit) dominierende Rinzai-shu-, insbesondere die Klöster der Fünf Berge (Gozan) sehr großen Einfluss in Kreisen der Samurai hatte. Aus dieser Zeit stammt auch der Spruch: „Rinzai für den Sho-gun, So-to- für die Bauern“ ( rinzai sho-gun, so-to- domin).
Insbesondere der Tee-Weg (Sado-) drückt die Kultur der Stille in besonderem Maße aus, gilt doch Eisai als der Überbringer der Teepflanze aus China. Die Rinzai Tempel gelten auch als die Heimat der Gartenkunst, ebenso wie der Kampfkünste und der anderen Zen-Wege (Do-). [Mehr]
![]() | Sesshin |
Ein Sesshin ist eine Periode unterschiedlicher Länge mit konzentrierter Zen-Meditation. Es findet in einem Zen-Kloster oder Trainings-Zentrum statt, wobei bedeutend intensiver Zazen praktiziert wird als in der täglichen Zen-Praxis. Das Programm eines Sesshins ist gekennzeichnet durch häufige und ggf. längere Meditationsperioden. Je nach Ausrichtung werden die Mahlzeiten ebenfalls in der Zazen-Haltung während eines Sesshin eingenommen. Längere Sitz-Perioden werden häufig durch Kinhin (Gehmeditation) unterbrochen. Das praktizierte Schweigen dient der Konzentration und Nicht-Ablenkung.
In einem ansonsten monoton erscheinenden Ablauf von Zazen und Kinhin stellen Sutren-Rezitation, Koan-Praxis, Dokusan (das persönliche Gespräch mit dem Lehrer) und das Teisho (Vortrag) des Roshi von außen betrachtet besondere Abwechslungen dar. Aber auch diese Tätigkeiten dienen dem "Vertrautwerden mit dem eigenen Geist" und werden mit derselben Geisteshaltung ausgeübt / wahrgenommen, wie in der Zazen-Haltung selber.
Mahlzeiten werden in ritueller Form (Oryoki) gemeinsam und in Stille eingenommen. Alle Tätigkeiten, so auch kleinere Arbeiten, Samu (Abwasch, Reinigung, Garten etc.) werden in großer Geistesgegenwart, bestimmter Form und Achtsamkeit verrichtet. Durch die Übung des "konzentrierten Tuns", wird dem Übenden eine Möglichkeit gegeben, den in der bewegungslosen Zazen-Haltung entwickelten Geist auch in den Tätigkeiten des Alltags zu transportieren und umzusetzen.
Am Anfang der Zen-Praxis braucht das Denken, das laut Rinzai ein wilder Affe ist, zwei bis drei Tage, um sich niederzulassen und zur Ruhe zu kommen; erst dann beginnt eine Phase der Klärung des Geistes und der Einsicht, die zu Kensho (Wesensschau) und Satori (Erwachen) führen kann. Längere Sesshin setzen eine gewisse Übung im meditativen Sitzen (Zazen) voraus.
Durch die Sesshin-Praxis wird die tägliche Zazen-Praxis vertieft. Im Laufe der fortschreitenden Praxis gibt es immer weniger Unterschiede zwischen dem konzentrierten "Sesshin-Geist" und dem täglichen Bewusstsein.
Die Sesshins im Zen-Buddhismus sind nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Übungen bei Shinnyo-En. [Mehr]
![]() | Soto |
Soto ist eine Richtung des Chan- und Zen-Buddhismus. Mit ca. 14.700 Tempeln und 8 Millionen Anhängern ist die So-to--Schule neben der Rinzai-shu- und O-baku-shu- die größte der drei japanischen Hauptrichtungen des Zen und eine der größten Gemeinschaften des Buddhismus in Japan überhaupt. [Mehr]
![]() | Teisho |
Teisho- ist der tägliche Vortrag des Zenlehrers im Do-jo- oder beim Sesshin.
In den Teisho-s befasst sich der Lehrer mit den Inhalten des Zen. Von einem bloßen Vortrag unterscheidet sich das Teisho- durch das "Zeigen des Dharma" - der unverstellten Wirklichkeit, wie sie ist. Äußerer Anhaltspunkt des Teishos sind meist Texte aus den Überlieferungen der Tradition. Auch Koans werden besprochen. Der Lehrer kann und wird den Schülern das Koan bzw. das Dharma jedoch nicht als innere Einsicht vermitteln. Er betont bestimmte Aspekte, erklärt historische Hintergründe oder sprachliche Besonderheiten. Ein fortgeschrittener Schüler wird inhaltlich mehr und wahrscheinlich auch anderes aus einem Teisho heraushören, als ein unerfahrener Zuhörer.
Der Vortrag wird frei und spontan gehalten. Er ist oft kraftvoll oder lustig, dramatisch und anfeuernd. Er soll sowohl intellektuell als auch spirituell die Erkenntnis der Schüler vertiefen.
![]() | Zazen |
Zazen ist das japanische Wort für Sitzmeditation
Zazen ist das wichtigste und allein unverzichtbare Element im Zen-Buddhismus. Die Meditationstechnik soll Körper und Geist zur Ruhe bringen und den Boden für mystische Erfahrungen (Kensho-, Satori) bereiten. [Mehr]
![]() | Zen |
Oft wird gesagt, dass Zen „nichts“ biete: keine Lehre, kein Geheimnis, keine Antworten. In einem Koan spricht der Zen-Meister Ikkyû Sôjun zu einem Verzweifelten:
„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“
Es bedeutet, das Leben zu leben – in seiner ganzen Fülle. Der unmittelbare Zugang zu diesem Einfachsten von allem ist dem Verstandeswesen Mensch jedoch versperrt – es scheint so, als ob die niemals schweigende Stimme der Gedanken ihn durch hartnäckige Ideen und urteilende Vorstellungen blockiere. Die permanente Beschäftigung mit sich selbst, die schützende Ich-Bezogenheit jedes Einzelnen verursacht immer wieder nur neues Leiden (Dukkha). Zen kann diese Verwirrung lösen – zuletzt vermag man sogar zu essen, wenn man hungrig ist, zu schlafen, wenn man müde ist. Zen ist nichts Besonderes. Es hat kein Ziel.
Die Charakterisierung, Zen biete „nichts“, wird gerne von Zen-Meistern gegenüber ihren Schülern geäußert, um ihnen die Illusion zu nehmen, Zen biete erwerbbares Wissen oder könne etwas „Nützliches“ sein. Auf einer anderen Ebene wird hingegen auch das Gegenteil behauptet: Zen biete das „ganze Universum“, da es die Aufhebung der Trennung von Innenwelt und Außenwelt, also „alles“, beinhalte.
Auch wenn Intellektuelle und Wissenschaftler sich oftmals von Zen angezogen fühlen, entzieht es sich der „Vernunft“. Zen wird oft als „irrational“ empfunden, auch weil es sich grundsätzlich jeder begrifflichen Bestimmung widersetzt. Das scheinbar Mysteriöse des Zen rührt jedoch allein aus den Paradoxa, die der Versuch des Sprechens über Zen hervorbringt.
Zen zielt immer auf die Erfahrung und das Handeln im gegenwärtigen Augenblick, und umfasst auf diese Weise Gefühl, Denken, Empfinden usw. [Mehr]


